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Das assoziative Lernen beschreibt das Lernen durch Verknüpfung (Assiziation = Verknüpfung). Ich möchte in diesem Beitrag auf zwei Lernformen eingehen und zwar einmal auf die klassische Konditionierung und auf die operante Konditionierung.

Bei der klassischen Konditionierung verhält es sich so, dass ein zuvor neutraler Reiz mit einem biologisch relevanten Reiz gekoppelt wird, um eine reflexartige Verhaltensreaktion auszulösen. Der Hund reagiert immer schneller und reflexartig auf einen neutralen Reiz, wenn dieser mit einem anderen Reiz verknüpft wurde, der die Reaktion eigentlich auslöst.

Nehmen wir als Beispiel ein beliebiges Geräusch, welches für den Hund noch keine Bedeutung hat (z. B. Clickgeräusch, Glocke,..). Das Ertönen des „Clicks“ oder der Glocke löst beim Hund keine Reaktion aus. Bekommt der Hund aber jedes Mal nach dem Clickgeräusch oder dem Läuten der Glocke Futter, dann wird nach einer gewissen Zeit das Clickgeräusch bzw. Läuten der Glocke ausreichen, damit der Speichelfluss des Hundes zunimmt.

Neben dem Clicker (auf das Clickertraining gehe ich in meinem nächsten Beitrag ein) ist auch die Nutzung der Hundepfeife z. B. bei Welpen ein Beispiel für die klassische Konditionierung. Viele Züchter pfeifen, bevor sie den Welpen Futter geben.

Bis die Konditionierung auf einen neutralen Reiz abgeschlossen ist, bedarf es natürlich einiger Wiederholungen mit zeitlicher Kontiguität (zeitlicher Zusammenhang). Nach dem neutralen Reiz sollten also nur 0,5 Sec. bis max. 2 Sec. (und dies eigentlich nur bei hoher Konzentration ohne Ablenkung) vergehen, bis der biologisch relevante Reiz (Futter) folgt.

Auch Emotionen und Gefühle werden klassisch mit konditioniert, sowohl positive als auch negative. Mit der klassischen Konditionierung lassen sich also auch Erwartungshaltungen und Emotionen beeinflussen. Dies nennt man im Fachjargon konditionierte emotionale Reaktion.

Die operante Konditionierung beschreibt das Lernen durch Versuch und Erfolg. Das bedeutet, dass die Konsequenz das künftige Handeln bestimmt und der Hund auf gemachte Erfahrung zurückgreift. Somit kann der Hund künftige Konsequenzen willentlich beeinflussen. Der Hund lernt also eine neue Verhaltensweise oder eine neue Anwendung einer Verhaltensweise.

Um es mit einem Beispiel etwas deutlicher zu machen: Der Hund muss noch 3 m ordentlich an der Leine laufen, dann bekommt er die Freigabe zum Freilauf. Läuft er nicht ordentlich, dann folgt die Freigabe nicht. Oder: Erst sitzen und warten, dann darf er sein Futter fressen. Steht er vorher auf, gelangt er nicht zum Futter. Aus Menschensicht könnte man sagen: Mach‘ Deine Hausaufgaben, anschließend darfst Du Dich mit Deinen Freunden treffen.

Hat also ein Verhalten positive Konsequenzen (also es bringt Erfolg oder Angenehmes, z. B. auf die Freigabe zum Fressen des Futters warten), erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass es wieder bzw. häufiger gezeigt wird. Hat ein Verhalten jedoch negative Konsequenzen (bringt es Misserfolg oder Unangenehmes, z. B. ohne Freigabe zum Futter bedeutet keinen Erfolg, denn der Napf wird rechzeitig hochgenommen), sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass es wieder gezeigt wird.

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